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Die Benefizveranstaltung des Open-Air-Kinos Talflimmern war im Supersommer 2018 nicht zuletzt auch wegen der fabelhaften Performance von Björn Krüger ein voller Erfolg. Mark Rieder und Mark Tykwer vom Talflimmern-Team überreichten dem Leiter der Alten Feuerwache, Joachim Heiß, am Donnerstag den Erlös des nahezu ausverkauften Abends: 650 Euro. Das Geld fließt nun unmittelbar in die Projektarbeit der Institution an der Elberfelder Gathe.

Westdeutsche Zeitung, 10. September 2019

Pädagogische Werkstatt ist für Lesepreis nominiert

Von Melina Lorenz

Ein Projekt soll Kindern in der Nordstadt Sprache spielerisch näher bringen.

1qmBildung

Anne Richter von der Pädagogischen Werkstatt der Alten Feuerwache liest Sofia (9) vor. Foto: Anne Richter

 

Die Freude in der Alten Feuerwache ist groß: Ihr Projekt „Gemeinsam stark für Literacy im Quartier“ ist für den Deutschen Lesepreis in der Kategorie „Herausragendes kommunales Engagement in der Leseförderung“ nominiert.  „Das ist eine sehr schöne Anerkennung für unsere Arbeit und den Erfolg, den wir gemeinsam erzielt haben“, sagt Anne Richter von der Pädagogischen Werkstatt der Alten Feuerwache.

 

Das Projekt ist eine Kooperation zwischen der Pädagogischen Werkstatt, die 2014 die Trägerschaft für das Programm „Ein Quadratkilometer Bildung“ übernahm, der Grundschule Markomannenstraße und weiteren kommunalen Einrichtungen. Ihr Ziel: Die Bildungschancen im der Elberfelder Nordstadt verbessern. „Unser Motto lautet: Kein Kind und kein Jugendlicher geht verloren“, sagt Anne Richter. Dafür sei der Umgang mit Sprache von entscheidender Bedeutungen. „Wir wollen schöne Sprachgelegenheiten für die Kinder schaffen. Sprache soll Spaß machen.“

 

Viele Kinder kommen kaum mit Sprache in Berührung

Das Problem sei, dass zahlreiche Kinder im Quartier keinerlei Berührungspunkte mit Sprache haben. „In vielen Haushalten gibt es weder Bücher noch Zeitungen“, erzählt Anne Richter. „Manche Kinder haben noch nicht einmal gesehen, wie ihre Eltern einen Einkaufszettel schreiben.“

Zudem lernen viele Kinder Deutsch erst als Zweitsprache. „Deutsch zu lernen, wird zunehmend schwieriger, wenn man nicht mit der deutschen Sprache in Berührung kommt“, sagt Anne Richter.

So entwickelt sich schnell ein Teufelskreis. Um aus diesem auszubrechen, fängt die Arbeit der Pädagogischen Werkstatt im Kleinen an. „Die Kinder haben oftmals große Hemmungen, mit Sprache umzugehen. Daher lesen wir ihnen zu Beginn nur vor, damit sie mit Sprache vertraut werden“, erklärt Anne Richter. „Schnell wollen sie dann aber auch selbst lesen.

Initiative Der mit insgesamt 25 000 Euro dotierte Deutsche Lesepreis ist eine gemeinsame Initiative von Stiftung Lesen und Commerzbank-Stiftung und wird seit 2013 für vorbildhaftes Engagement in der Leseförderung verliehen. 46 Projekte und Personen in fünf Kategorien sind 2018 nominiert. Ausgewählt wurden sie aus rund 200 Bewerbungen aus dem gesamten Bundesgebiet.

Zu Beginn des Projekts lasen die Mitarbeiter der Pädagogischen Werkstatt nur aus privaten Beständen vor; inzwischen gibt es sechs „Literacy“- Räume und mehrere Arbeitsgruppen, in denen den Kindern Sprache spielerisch vermittelt wird. 17 Ehrenamtliche beteiligen sich neben den Mitarbeitern der Pädagogischen Werkstatt daran.

Auch wenn eine besonders enge Zusammenarbeit mit der Grundschule Markomannenstraße besteht, werden mit dem Projekt auch Jugendliche angesprochen. Insgesamt etwa 30 Kinder und Jugendliche werden intensiv betreut und nehmen die Angebote der Pädagogischen Werkstatt wahr.

Im Fokus des Projekts steht nicht nur das Erlernen sprachlicher Fertigkeiten. „Besonders wird auch die sozial emotionale Entwicklung der Kinder gestärkt“, erzählt Anne Richter. „Da viele Kinder nicht mit Büchern aufgewachsen sind, kennen sie auch keine Geschichten.“ Beim Vorlesen und Selberlesen werden die Kinder mit Geschichten und Themen konfrontiert, die in ihrem Alltag sonst keine Rolle spielen. Gleichzeitig werde der Wortschatz enorm vergrößert. In der Schule bemerke man diese Entwicklung. „Wir hören von vielen Lehrern, wie toll sich die Kinder weiterentwickeln“, berichtet Anne Richter.

In Zukunft sollen auch die Familien im Quartier noch mehr in das Projekt miteinbezogen werden. „Wir richten gerade Lesetaschen ein, in denen sich mehrsprachige Literatur befindet“, sagt Anne Richter. „Die Taschen können dann von den Eltern ausgeliehen werden, um Zuhause daraus vorzulesen. Wenn wir den Lesepreis gewinnen, werden wir das Preisgeld in diese Lesetaschen investieren.“

MEIN PARADIES - (Tanz-)Theaterprojekt für Kinder in der Diakoniekirche

 

Was ist mein Paradies? Ist es nah oder fern? Laut oder leise? Was mache ich da den ganzen Tag? Wie fühlt sich das an?

 

Hier können Kinder ihr eigenes Theaterstück entwickeln. Als künstlerische Leitung konnte unter anderem Heike Müller gewonnen werden. Die Tänzerin und Choreografin stammt aus Wuppertal; sie hat in Europa, Australien und Japan in verschiedenen Projekten gearbeitet. "Mir ist es wichtig, dass jedes Kind seine besonderen kreativen Talente kennen lernt und zum Ausdruck bringen kann." Neben einfachen Trainingseinheiten steht die Entwicklung eines "aufführungsreifen" Stücks im Vordergrund. Gestaltet wird die Gruppenarbeit von der Sozialkünstlerin Daniela Holtze, die durch Ihr 12-jähriges Wirken in Kinder-und Jugendprojekten einen großen Koffer voller Erfahrungen mitbringt.

Die Diakoniekirche ist ein Ort für alle Kulturen und Religionen. Darin ist nun genug Platz für verschiedene kulturelle Angebote. Jetzt will das Kinder-Theater-Projekt hier für "paradiesische" Momente sorgen. Noch sind Plätze für Interessierte frei, die sich (einmal) in Tanztheater und Schauspiel ausprobieren wollen. „Dabei soll auch der Spaß nicht zu kurz kommen", sagt die pädagogische Leiterin Bettina Daug.

Das Projekt beginnt im Oktober. Höhepunkt ist eine Aufführung im Juni 2019. Ab September finden in der Diakoniekirche (ehemalige Keuzkirche), Friedrichstr.1, 42103 Wuppertal, jeden Donnerstag von 15:30 bis 17:30 Uhr offene Kennenlerntage statt. Mädchen und Jungen zwischen 7 und 12 Jahren können hier in erste Schauspielübungen und ins Tanztraining „hineinschnuppern“.

 

Anmeldung: in der Alten Feuerwache 0202-2451980 oder per Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Das Projekt ist eine Kooperation von der Projektfabrik, der Alten Feuerwache und der Initiative Kreuzkirche. Die Teilnahme ist kostenlos und wird im Programm „Künste öffnen Welten“ der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. (BKJ) sowie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

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