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Start frei für Kulturkindergarten

9. Februar 2018 - 10:36 Uhr. Von Tanja Heil

Die Bauarbeiten haben begonnen. Betreiber freuen sich über große Resonanz – sowohl an interessierten Eltern als auch Mitarbeitern.

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Foto: Andreas Fischer

Mirke. Die Bagger arbeiten fleißig auf dem Gelände des zukünftigen Kulturkindergartens schräg gegenüber des Bahnhofs Mirke. Große Erdhaufen werden bewegt. „Wir hoffen, dass es wenig regnet und nicht zu kalt ist“, nennt Proviel-Geschäftsführer Christoph Nieder eine wichtige Voraussetzung, um das avisierte Zieldatum zu schaffen. Denn geplant ist eine Eröffnung der Kindertagesstätte zum 1. August dieses Jahres.

Ob das Gebäude bis dahin wirklich fertig ist, lässt sich derzeit nicht sagen. Vorsichtshalber suchen Nieder und sein Team schon eine Übergangslösung. „Für wenige Wochen oder Monate“, grenzt Nieder ein. „Wir haben schon spannende Möglichkeiten besichtigt.“

Die Proviel GmbH hat seit 20 Jahren Erfahrung auch mit Immobilien und ist in der Forum GmbH deshalb für den Bau des fünfgruppigen Kindergartens zuständig.

Aus dem Weg ist jedenfalls der Aushub des Döppersbergs: Dieser lag lange auf dem zukünftigen Kindergartengelände, liegt jetzt aber komplett nebenan auf dem verbliebenen Gelände der ehemaligen Bahntochter Aurelis – der auch das Areal gehörte, wo jetzt der Kindergarten entsteht. Das Grundstück des Kindergartens hat nun wieder das Niveau der daneben liegenden Nordbahntrasse.

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Foto: Andreas Fischer

„Wir sind sehr erfreut, dass wir so viele tolle Bewerbungen haben.“ Jana-Sophie Ihle

Die Warteliste für den Kindergarten füllt sich zunehmend. Für die drei Gruppen, die nach den Sommerferien für Kinder ab zwei Jahren starten sollen, gibt es schon eine Vielzahl von Vormerkungen. „Wir brauchen aber eine durchmischte Altersstruktur“, sagt Jana-Sophia Ihle von der Alten Feuerwache. Deshalb können ältere Kinder gerne noch angemeldet werden. Ein Jahr später, also zum Sommer 2019, beginnen dann zwei weitere Gruppen. Bis zum Frühjahr sollen Interessenten einen Bescheid bekommen, ob ihr Kind einen Platz im Kulturkindergarten bekommt.

Erzieher haben ebenfalls großes Interesse an dem Projekt. Viele haben sich schon beworben für den neuen, innovativen Kindergarten. Das Konzept, die Kinder mit viel Kultur und Aufmerksamkeit zu erziehen, kommt gut an.

Bereits fest angestellt ist Astrid Ippig als zukünftige Kindergartenleiterin. Sie führt derzeit die Bewerbungsgespräche durch und steht in einigen Fällen kurz vor der Vertragsunterzeichnung. „Wir sind sehr erfreut, dass wir so viele tolle Bewerbungen haben!“, sagt Jana-Sophia Ihle - insbesondere von beiden Geschlechtern und von mehrsprachigen Wuppertalern. „Wir wollen möglichst viel Diversität abbilden.“ Auch Kulturschaffende aus verschiedenen Sparten haben sich schon gemeldet, die mitarbeiten wollen.

Geschenke für kreative Kinder

Westdeutsche Zeitung, 20. Dezember 2017

In der Alten Feuerwache zeigten 150 Jungen und Mädchen ihr Können.

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Wenn der Weihnachtsmann spricht, passen die Kinder gut auf. Foto: Stefan Fries

Gathe. Gespannt wandern die Blicke der Kinder immer wieder zum Tannenbaum. Dort liegt ein großer Haufen bunter Pakete. In einer stimmungsvollen Weihnachtsfeier werden diese in der Alten Feuerwache übergeben. Jedes der 150 Kinder trägt zur feierlichen Atmosphäre bei. Alle präsentieren nacheinander etwas auf der Bühne. „Das ist für die Kinder das absolute Highlight im Jahr“, verrät Jaqueline H. Mastro, Leiterin einer Achtsamkeitsgruppe. Seit Jahresbeginn fragen die Kinder schon nach diesem Event. Schwungvoll singen alle gemeinsam „Oh Tannenbaum“ und „In der Weihnachtsbäckerei“.

Jean – zum Feuerwachen-Botschafter ernannt – wagt sich mit „I want you to stay“ als Karaoke-Darbietung sogar ganz alleine auf die Bühne. „Denn wir wollen, dass all unsere Helfer, Sponsoren und Ehrenamtler bei uns bleiben“, erklärt Dörte Bald in ihrer Moderation. Die Rentier-Kinder verteilen deshalb an die Unterstützer Lebkuchen-Herzen und Rosen. Für Verblüffung sorgt die Zirkusgruppe: Mit vielen Weihnachtswünschen gießt jedes Kind Wasser aus einer Kanne in einen beleuchteten Eimer. Und obwohl es jedes Mal so aussieht, als würde das Kind den letzten Tropfen ausleeren, kommt beim nächsten wieder ein Schwall heraus. Die Bühne frei-Gruppe singt Weihnachtsgrüße mehrsprachig, Mohammed ein Lied aus seiner Heimat und Celiana spielt Jingle Bells auf dem Klavier.

Je kleiner die Beschenkten, desto größer die Freude

Die Musiktheatergruppe bietet einen Vorgeschmack auf die Aufführung im März: Ein ehemaliges Feuerwachen-Kind hat ein Stück über die aus Feuer erschaffenen Dschinns geschrieben. Mit Feuerstäben beschwören sie die Jugendlichen. Die Glanzstoff-Musikgruppe, die in der Alten Feuerwache probt, holt die Zuhörer mit „Gute Nacht, Freunde“ von Reinhard Mey in die 70er Jahre zurück. Danach puschen die „African Queens“ mit ihrem beeindruckenden Hip Hop die Zuschauer zu Beifallsstürmen.

Und dann stapft der Weihnachtsmann herein, begleitet von zwei Engeln im weißen Kleid mit großen Flügeln. Er liest aus einem langen Pergament vor. Ein Kind kommt immer zu spät? Ein anderes ärgert seine Kameraden? Mit strengem Blick ermahnt der Weihnachtsmann die Jungen, sich im nächsten Jahr besser zu betragen. Dann bringen die Rentiere – eine sehr begehrte Aufgabe bei den Kindern – die Geschenke herbei. Wuppertaler Bürger haben die Karten vom Wunschbaum abgeholt und dafür Geschenke in der Feuerwache abgegeben. Fußball-Sachen, Barbies, Skateboards und Walkie Talkies standen hoch im Kurs.

Mit leuchtenden Augen schleppen die Kinder ihre bunten Päckchen in den Nebenraum. Je kleiner die Empfänger, desto größer die Freude. Und manche Jugendliche freuen sich an der Begeisterung der Kleinen fast mehr als an ihren eigenen Geschenken. Das Feuerwachenteam darf sich auch über ein Geschenk freuen: Es erhält zukünftig zehn Prozent mehr städtische Zuschüsse, wie jetzt im Stadtrat beschlossen wurde. tah

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